Perspektiven für Straßenkinder und junge Obdachlose in Deutschland Jetzt spenden
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Corona: Ansturm auf sofahopper.de durch häusliche Gewalt und Familienzerwürfnisse. Dringend mehr Spenden nötig!

Die digitale Streetwork-Station der Off Road Kids Stiftung wird in der Corona-Krise bundesweit zum Rettungsanker für junge Menschen, denen der zuhause der Rausschmiss droht. Das Hilfesystem von Off Road Kids hält stand und wird in der Corona-Krise ausgebaut, aber es werden dringend Spenden benötigt.

Kurzum: Die Corona-Krise zeigt schon jetzt, dass das Off Road Kids-Hilfesystem so eine Katastrophe nicht nur aushält, sondern dabei sogar wachsen wird. Wir sind darauf vorbereitet:

  1. Massive Digitalisierung: Mit unserer digitalen Streetwork-Station „sofahopper.de“ haben wir nicht nur unser Beratungsangebot längst in jeden Winkel Deutschlands ausgedehnt, sondern auch unsere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter so ausgestattet, dass ein Großteil der Beratungstätigkeit aus dem Home Office erledigt werden kann. Leistungsfähige Smartphones für alle Mitarbeiter, Tablets, Laptops, Videokonferenzsysteme, sichere Datenanbindungen, sichere E-Mail-Systeme: Das alles ist im Einsatz. Unser Dank gilt hier insbesondere der Deutsche Bahn Stiftung, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Vodafone Stiftung.
  2. Infektionsschutz: Dank der Kooperation mit der BAHN-BKK wurden unsere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im Rahmen unseres Gesundheitsprogramms STREETWORK+ seit Jahren von Ärzten geschult – natürlich auch zum Infektionsschutz. Unsere Streetwork-Standorte sind mit zertifizierten Atemschutzmasten ausgestattet. Junge Menschen ohne festen Wohnsitz können also auch weiterhin ihre Behörden-Post in unseren Streetwork-Standorten abholen. Unsere Mitarbeiter werden dadurch nicht gefährdet. Klasse ist natürlich, dass unsere neuausgebauten Standorte in Frankfurt und Berlin viel Platz und den nötigen Abstand zum Arbeiten bieten. Unser Dank für den Ausbau gilt insbesondere unseren Förderern Permira (Frankfurt) und Christoph Gröner mit der CG Gruppe (Berlin).
  3. Verantwortungsbewusste und motivierte Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter: Unsere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter haben den unbedingten Willen, unser Hilfesystem nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern bringen einen enormen Ideenreichtum für den Ausbau in der Corona-Krise einDenn das ist gewiss: Durch den sinnvollen Aufruf, zuhause zu bleiben, wird es in Kürze einen massiven Anstieg an Familienzerwürfnissen, häuslicher Gewalt und psychischen Überlastungen geben. In vielen Familien, in denen es schon vor der Corona-Krise „gebrodelt“ hat, wird’s bald richtig „krachen“. Das heißt für uns, dass „sofahopper.de“ in Kürze einen Ansturm junger Menschen aushalten muss, die schon fast oder ganz von zuhause rausgeflogen sind.

Darauf sind unsere leicht nach oben skalierbaren Hilfesysteme vorbereitet:

  1. Wir sind zwar schon 24/7 erreichbar, aber jetzt haben wir den sofortigen Live-Chat-und die Telefonberatung bis in die Abendstunden ausgedehnt.
  2. Bisher werden die eingehenden Hilferufe von unseren Berliner Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter entgegengenommen und weiterverteilt. Jetzt sind alle Mitarbeiter aus allen Streetwork-Stationen als Online-Berater bei „sofahopper.de“ einsetzbar. Das ist technisch aufwändig, aber bereits umgesetzt.
  3. Unser bisheriges Videokonferenzsystem hat mit 20 Konferenzräumen die Belastungsgrenze erreicht. Jetzt haben wir ein frei skalierbares System. Videokonferenzen sind bei uns nicht nur für die Kommunikation unserer Teams untereinander wichtig, sondern helfen auch bei der digitalen Face-to-Face-Beratung. Dies kommt insbesondere zum Tragen, wenn unsere speziell ausgebildeten Systemischen Therapeuten und Berater zum Einsatz kommen.
  4. Wir haben unsere brandaktuellen, neuen Erklärvideos auf sofahopper.de komplett gegen die bisherigen Videos ausgetauscht. Junge Menschen erfahren dort detailliert, wie beispielsweise Anträge bei Behörden gestellt werden. Das spart Beratungszeit und Verdruss. Herzlichen Dank an den YouTuber Tomatolix und die Deutsche Bahn Stiftung für die Produktion dieser Videos.
  5. Wegen der Corona-Krise haben die Jobcenter das Antragswesen digitalisiert. Unsere Mitarbeiter haben sich den Umgang mit damit sofort beigebracht. Wir setzen diese Systeme bereits ein. Zudem bereiten wir eine Online-Hilfe beim Ausfüllen solcher Dokumente vor.
  6. Bei der Streetwork werden wir unsere „Hygiene-Pacs“ fortan zusätzlich mit desinfektionstauglichen Erfrischungstüchern zur Händereinigung austeilen. Im Rahmen unseres Präventionsprogramms STREETWORK+ geben wir seit Jahren Artikel zur Körperpflege an Obdachlose junge Menschen weiter. Infektionsschutz hat bei unserer Arbeit traditionell einen sehr hohen Stellenwert. Unser Ziel ist es jedoch, die jungen Menschen so zu beraten, dass Sie nicht auf der Straße leben müssen und schnellstmöglich ein Dach über dem Kopf samt vernünftiger Zukunftsperspektive bekommen.
  7. Unser Beschulungsprojekt PREJOB in Dortmund haben wir ebenfalls komplett digitalisiert. Dort entwickeln Lehramtsstudierende bei uns in Echtzeit Methoden, wie sie die jungen Menschen per Videokonferenz beschulen und auf die Abschlussprüfungen vorbereiten können. PREJOB ist dank der Förderung durch die SKala-Initiative möglich.

Dies alles läuft, solange uns das Geld nicht ausgeht. Die allgemeinen Spendeneingänge sind allerdings seit März 2020 komplett eingebrochen. Wir werden in 2020 insgesamt 3,6 Millionen Euro brauchen. Das sind 300.000 Euro pro Monat. Was das Geld angeht, können wir wirklich richtig viel Hilfe brauchen.

Wir danken allen, die mithelfen und dafür sorgen, dass wir unsere Hilfesysteme nicht nur aufrechterhalten, sondern ausbauen können. Genau das ist jetzt nötig. Jetzt wird unsere Hilfe mehr gebraucht, denn je.