Perspektiven für Straßenkinder und junge Obdachlose in Deutschland Jetzt spenden
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Neu: Family Neustart, das Systemische Beratungs- und Therapieangebot

Direkt zu Family Neustart

Für verzweifelte Eltern, Familien und Jugendliche hat die Off Road Kids Stiftung ein neues, sehr diskretes Beratungs- und Therapieangebot eingerichtet. „Den meisten Eltern ist es sehr wichtig, dass möglichst niemand von der Familienkrise oder von Erziehungsproblemen erfährt“, erklärt Off Road Kids-Chef Markus Seidel: „Das kann man ja auch gut verstehen. Für viele gibt es eine enorme Hemmschwelle, zu öffentlichen Beratungsangeboten wie dem Jugendamt zu gehen.“

Rund 4000 erfolgreich vermittelte Straßenkinder und junge Obdachlose in Deutschland, mehr als 20 Jahre Kinderheimerfahrung in Bad Dürrheim und 15 Jahre bundesweite telefonische Elternberatung summiere die Off Road Kids Stiftung inzwischen, so Seidel: „Das hat sich herumgesprochen. Seit Jahren kommen verzweifelte Eltern mit ganz schön heftigen Familiensituationen zu uns, um möglichst ohne großes Aufleben eine schnelle und dauerhafte Lösung zu finden.“

Mit dem Systemischen Beratungs- und Therapieangebot „Family Neustart“ reagiere Off Road Kids jetzt auf die steigende Nachfrage. Geleitet wird die Systemische Beratungsstelle von der Diplom-Sozialpädagogin Simone Neininger, die sowohl als Systemische Beraterin und Therapeutin als auch als Eltern-Coach qualifiziert ist. Die erfahrene Beraterin ist seit 2005 bei Off Road Kids und bisher verantwortlich für das Elternberatungstelefon. Zudem leitet sie die erfolgreiche Kooperation des Kinderheims mit den Schulen: „Allein 2015 habe ich über 200 Beratungsgespräche geführt. Ich bin sehr froh, dass wir ein Angebot haben, das völlige Diskretion und Neutralität ermöglicht. Nichts, was hier besprochen wird, dringt nach außen.“

Die Leidensgeschichten von Müttern, Vätern und Kindern seien häufig gefährlich für den Fortbestand der Familien, weiß Simone Neininger aus Erfahrung: „Wir gehen den Ursachen gemeinsam auf den Grund – auch, wenn es weh tut – und ordnen die Situation systematisch. Erst dann kann eine taugliche Lösungsstrategie erarbeitet, die sich an den Zielen und Ressourcen der einzelnen Familienmitglieder orientiert.“

Es sei unerheblich, ob Eltern im Frühstadium eines Erziehungsproblems um Rat suchen oder das Kind bereits sprichwörtlich in den Brunnen gefallen sei, so Neininger: „Unser Beratungs- und Therapieangebot ist für alle offen. Beim Eltern-Coaching bieten wir praktische Erziehungslösungen für konkrete Probleme an. Eltern nehmen das gerne gemeinsam in Anspruch. Die tiefergehende Systemische Beratung und Therapie hat dagegen das Ziel, persönliche Krisensituationen dauerhaft zu lösen. Bei Müttern und Jugendlichen steht das sehr hoch im Kurs.“ Für Väter sei eine Familientherapie für die ganze Familie allerdings ähnlich begeisternd wie der Gedanke an den Urologen, obwohl die Furcht unbegründet sei, so Simone Neininger: „Nach einer Weile betrachten die Väter die Beratung eher wie Nachhilfestunden und bringen dann oft die größte Motivation mit.“

Viele Eltern seien sich nicht bewusst darüber, dass sie zum ersten Mal in ihrem Leben Eltern seien und deshalb auch Fehler machen dürften, berichtet die Sozialpädagogin: „Viele unlösbar erscheinenden Situationen sind leichter lösbar, als Eltern und Kinder denken, zumindest, wenn gemeinsam verlässliche Regeln erarbeitet und eintrainiert werden. Das ist eine meiner zentralen Aufgaben.“

Nur die Frage, welche Bevölkerungsteile das Beratungsangebot am stärksten nutzen, macht Simone Neininger sehr nachdenklich: „Das ist eindeutig das Bildungsbürgertum mit besserem Einkommen. Das Selbstverständnis, nach professioneller Hilfe zu suchen, ist dort ausgeprägter. Vielleicht macht das in Zukunft ja Schule in anderen Teilen der Bevölkerung. Das wäre gut.“

Beratungs- und Therapietermine vereinbart Simone Neininger meistens nachmittags und abends, um den Familien entgegenzukommen. So falle weder in der Schule noch am Arbeitsplatz auf, dass eine Familie Rat suche: „Absolute Diskretion ist bei unserer Arbeit Pflicht. Eltern und Kinder müssen mir von Anfang an vertrauen können.“ Das Angebot „Family Neustart“ richtet sich an Selbstzahler ebenso wie an Jugendämter.