Perspektiven für Straßenkinder und junge Obdachlose in Deutschland Jetzt spenden
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Infos für junge Menschen in Not

Abhauen ist gefährlich und keine gute Lösung. Die angebliche Freiheit auf der Straße wird schnell zum aussichtslosen Überlebenskampf. Für Jugendliche in schwierigen Situationen gibt es in Deutschland eine große Anzahl an Beratungs- und Hilfeangeboten. Doch nicht alle sind leicht zu finden. Wir empfehlen neben den hier aufgelisteten Tipps die Nummer gegen Kummer 116111.

Für Jugendliche und junge Volljährige, die nicht mehr zuhause leben können, die bereits auf der Straße sitzen oder bei Bekannten untergekommen sind, bieten unsere erfahrenen Streetworker Hilfe an: Zur Off Road Kids Online-Beratung geht’s hier…

Wenn's zuhause brodelt und kracht, können Jugendliche auch selbst dazu beitragen, dass Lösungen gefunden werden. Kaum ein Jugendlicher weiß, dass er sich beim Jugendamt anonym beraten lassen kann und sogar eine Person seines Vertrauens mitnehmen darf. Und manchmal ist gar nicht klar, wo das zuständige Jugendamt überhaupt ist.

Vertrauenswürdige Ansprechpartner in Krisensituationen

Wichtig: Manchmal muss man mehrere ausprobieren und darf nicht die Geduld verlieren!

  • Klassenlehrer: Er kann Jugendlichen helfen, wieder in die Klassengemeinschaft zurückzufinden.
  • Vertrauenslehrer und Beratungslehrer: Wenn's mit dem Klassenlehrer nicht klappt, sind Vertrauenslehrer die richtigen Ansprechpartner. In einigen Bundesländern heißen diese Lehrer Beratungslehrer. Manche haben sogar eine psychologische Zusatzausbildung.
  • Schulsozialarbeiter: In manchen Schulen gibt es Fachpersonal für die persönlichen und privaten Probleme der Schüler.
  • Schulleiter: So mancher Rektor sieht sich bei Familienproblemen als Anwalt seiner Schüler. Ein Gespräch des Rektors mit den Eltern hat schon manche schwierige Situation entschärft.
  • Mitarbeiter im Jugendhaus: Sie wissen meist, wer beispielsweise im Jugendamt zuständig ist.
  • Pfarrämter: Warum nicht? Pfarrer und Pastoren sind erfahrene Seelsorger, mit denen alles besprochen werden kann, ohne dass sie es jemandem verraten müssen. Sie haben das Recht, zu schweigen.
  • Eltern von Freunden: Manchmal gibt es auch im näheren Bekanntenkreis Menschen, denen sich Jugendliche in schwierigen Situationen anvertrauen können.
  • Verwandtschaft: Manche Oma, mancher Onkel findet bei Eltern mehr Gehör, als Ihr denkt.
  • Hausarzt: Bei Verletzungen durch Schläge und Misshandlungen sind Hausärzte die richtigen Adressaten. Sie können Misshandlungen attestieren und sind bei späteren Strafprozessen und Vormundschaftsverhandlungen wichtige Zeugen.
  • Beratungsstellen: In den Landkreisen und in vielen Städten gibt es Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche (auch Familien- oder Erziehungsberatungsstellen genannt). Wie im Jugendamt sind dort Fachleute für familiäre Schwierigkeiten.
  • Jugendamt: Rat und Hilfe von den Profis

Hilfe durch das Jugendamt

  • Wo ist das zuständige Jugendamt? In jedem Landkreis gibt es ein Jugendamt. Größere Städte haben meist eigene Jugendämter. Im Zweifelsfall hilft ein Anruf beim Rathaus oder bei der Polizei. Grundsätzlich hilft jedes Jugendamt. Die Mitarbeiter klären dann auch, ob für den betreffenden Jugendlichen ein anderes Jugendamt in Betracht kommt. Bei getrennt lebenden Eltern ist das Jugendamt am gewöhnlichen Wohnsitz des personensorgeberechtigten Elternteils zuständig. Bei Kindern, deren Eltern nicht verheiratet sind, ist das dann das Jugendamt am gewöhnlichen Wohnsitz sorgeberechtigten Elternteils (meist die Mutter) zuständig.
  • Wer ist beim Jugendamt für welches Kind, welchen Jugendlichen zuständig? Da hilft nur nachfragen. Meistens teilen sich die Jugendamtsmitarbeiter Stadtbezirke und Landkreisgebiete untereinander auf. In jedem Jugendamt gibt es ein zentrales Verwaltungssekretariat, das Auskunft erteilt. Im Notfall gibt es im Jugendamt immer einen ersten Ansprechpartner. Außerhalb der Bürozeiten kann die Polizei den Kontakt zum Bereitschaftsdienst des nächsten Jugendamtes herstellen.
  • In gefährlichen Notsituationen können Kinder- und Jugendliche beim Jugendamt um „Inobhutnahme“ bitten und werden dann für die nächste Nacht in einer Notschlafstelle des Jugendamts untergebracht. Ein Mitarbeiter des Jugendamts wird sich mit der Situation vertraut machen.

Was können Jugendliche selbst tun, um ihre Situation zu verbessern?

  • Freundschaften pflegen, so gut es geht;
  • nachmittags in der Schule statt zu Hause lernen, falls es dort nicht möglich ist;
  • Lerngruppen mit Mitschülern bilden, um die eigenen Schulleistungen in schwierigen Situationen zumindest zu halten;
  • die eigene Situation realistisch und keinesfalls übertrieben darstellen oder gar flunkern (Wer einmal lügt, ...);
  • auf das eigene Verhalten achten und nicht cool sein, sondern über Probleme reden;
  • sich Unterstützung holen und benennen, was das Problem ist;
  • weitermachen und nicht aufgeben bei der Suche nach jemandem, der sich der Probleme annimmt.