Perspektiven für Straßenkinder und junge Obdachlose in Deutschland Jetzt spenden
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EHAP II-Pilotprojekt "stabilize" in Köln

Was kommt nach der Straßensozialarbeit? Sabilisierung der neuen Lebensperspektive!

Off Road Kids erprobt die weiterführende Begleitung junger Menschen in Köln - finanziert durch das EU-Programm EHAP II

„stabilize“-Brückenbildung (grün) und Gefahrenfaktoren (rot)

In Köln sollen junge Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte junge Menschen bis 27 Jahre zu individuell geeigneten Hilfeangeboten navigiert werden und die neu gewonnene Lebensqualität durch eine kontinuierliche Hilfebegleitung erfolgreich stabilisieren.

Mit „stabilize“ ergänzt Off Road Kids ab 2019 niederschwellige Sozialarbeit und Streetwork mit nachgehender Wohnbegleitung. Durch die Bildung eines Kooperationsverbunds mit der Stadt Köln soll die Nutzung der kommunalen Hilfeangebote effektiv koordiniert werden.

Das Förderprojekt hat zum Ziel, eine Brückenfunktion zu vorhandenen kommunalen, freien und eigenen Hilfeangeboten zu bilden und so

  • junge Menschen wirksam vor Wohnungslosigkeit und Armut zu schützen,
  • das Abbruchrisiko beim Übergang zu dauerhaftem Wohnen zu minimieren
  • und die Gefahr des erneuten Wohnraumverlusts einzudämmen.

Dank der EU-Förderung im Rahmen des EHAP II-Programms für die am meisten benachteiligten EU-Bürger (in Deutschland unter der Federführung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales) kann Off Road Kids im Zeitraum 2019/2020 die Weiterführung der Begleitung junger Menschen aus der Streetwork am Standort Köln erproben. Mit "stabilize" wird mit den einzelnen jungen Menschen nicht nur gemeinsam nach Hilfeangeboten recherchiert, die die individuell bestmögliche, tragfähigste Zukunftsperspektive bieten, sondern bei Bedarf auch die neugewonnene Wohn- und Lebensqualität über mehrere Monate stabilisiert.

Durch die neue zusätzliche, nachgehende sozialpädagogische Begleitung sollen die jungen Menschen mit Hilfe von „stabilize“ lernen, ihren Wohnraum dauerhaft zu erhalten, ihr Leben zu stabilisieren und Angebote zur gesellschaftlichen Teilhabe aktiv anzunehmen.

Wesentlich für die Bildung einer stabilen Begleitungsbrücke ist die Begleitungskontinuität: Das in der Phase der Straßensozialarbeit gewonnene Vertrauen zu den BezugssozialarbeiterInnen kann fortan durch den direkten Übergang von der (Straßen-)Sozialarbeit in die anschließende Wohnbegleitung deutlich länger als bislang zum Vorteil der jungen Menschen weiterwirken und endet nicht mehr nach dem Übergang in eine neue Wohnform. Methodisch setzt „stabilize“ hierbei auf Case Management mit BezugssozialarbeiterInnen.

Für die primäre Off Road Kids Sozialarbeit und Streetwork werden aktuell für jeden betreuten jungen wohnungslosen bzw. von Wohnungslosigkeit bedrohten jungen Menschen durchschnittlich 75 Beratungsstunden eingesetzt, bis eine neue, dauerhaft tragfähige Zukunftsperspektive gefunden ist. Die neue nachgehende Wohnbegleitung schließt daran an und wird in der Regel über ein halbes Jahr durch wöchentliche Betreuungstermine gewährleistet. In Krisensituationen vor, während oder nach der Unterbringung können die jungen Menschen zu jeder Tages- und Nachtzeit telefonisch Kontakt zu den Betreuungskräften aufnehmen.

Für die Off Road Kids Sozialarbeit und Streetwork als auch für die nachgehende Wohnbegleitung ist es grundsätzlich unerheblich, ob die am Projektstandort angetroffenen jungen Wohnungslosen den neuen Wohnraum direkt in der Stadt oder außerhalb finden. Junge Menschen können bis zur Vollendung des 27. Lebensjahrs betreut werden.

Insgesamt sollen im Förderzeitraum mindestens 100 junge Menschen begleitet werden. 70 Prozent derer, deren Wohnsituation geklärt werden konnte, sollen auch nach einem halben Jahr noch ihren Wohnplatz behalten haben.

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