Liebe Freunde und Förderer der Off Road Kids Stiftung,
wie steht’s um Off Road Kids?
Völlig anders als im letzten Jahr! 2023 haben unsere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter so viele von Obdachlosigkeit bedrohte junge Menschen wie nie zuvor beraten. Gleichzeitig haben die vielen Krisen den Spendenfluss extrem reduziert. 7.300 junge Menschen in der Beratung: FÜNFMAL mehr als vor Corona. Unsere Streetwork-Station im Internet „sofahopper.de“ ist ein Volltreffer. 90 Prozent finden so den Weg zu uns.
Die Geldnot wurde gefährlich. Denn über 7.300 junge Menschen nicht zu beraten, dürfte sehr schnell zu Straßenkinder-Ansammlungen in deutschen Großstädten führen. Das wäre schlecht für unsere obdachlosen jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger und für uns alle. Denn, wer von der Gesellschaft links liegen gelassen wird, wird wohl kaum unser Gesellschaftssystem unterstützen.
Glücklicherweise ist es gelungen, die ursprünglich von der früheren Bundesregierung (CDU/CSU und SPD) initiierte jährliche Förderung in Höhe von 400.000 Euro zu verfünffachen. Trotz des sparsamen Bundeshaushalts haben die Parteien der Regierungskoalition (DIE GRÜNEN, FDP und SPD) unserer Hilfe für Straßenkinder und junge Obdachlose eine erheblich höhere Wichtigkeit als bisher im Kinder- und Jugendplan des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingeräumt. Hierfür bedanken wir uns ausdrücklich im Namen der vielen tausend jungen Menschen, denen wir in diesem Jahr tatkräftig bei der Suche nach einem neuen Zuhause unter die Arme greifen werden.
Ob die Off Road Kids Stiftung jetzt steinreich ist? Nein. Wir haben einen jährlichen Aufwand von rund fünf Millionen Euro. 2,5 Mio. müssen wir durch Spenden und Förderungen von Mitbürgerinnen und Mitbürgern, Unternehmen und befreundeten Stiftungen abdecken. Wir brauchen nach wie vor jede Spende in jedweder Höhe. Nur so können wir junge Menschen vor der Obdachlosigkeit bewahren und ihnen neue Lebensperspektiven vermitteln. Denn jeden Monat brauchen über 500 neue junge Menschen unseren Rat und unsere Hilfe.
Herzlichst
Markus Seidel
Sprecher des Vorstands der Off Road Kids Stiftung
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30 Jahre Off Road Kids – Klasse Reportage der Deutsche Bahn Stiftung
Das ist mal eine wirklich gut gemachte Reportage über unsere Arbeit für Straßenkinder in Deutschland: Zu lesen im Jahresjournal „Menschen 23“ der Deutsche Bahn Stiftung!
Weshalb ein Stuntman 450 Kilometer für Off Road Kids läuft
Es geht voran! Und zwar wörtlich zu Fuß über hunderte Kilometer für die Off Road Kids Stiftung: Tobias Nied hat sich zu Fuß, ohne Geld und Proviant von Köln nach Leipzig auf den Weg gemacht. Der Stuntman hat eine außergewöhnliche Mission absolviert: Er ging rund 450 Kilometer, übernachtete unter freiem Himmel und lebte von Pfandflaschen.
Doch dieser Spendenlauf war nicht nur eine persönliche Herausforderung – er hatte einen ernsten Hintergrund. Sein Ziel: Auf die prekäre Situation von jungen Obdachlosen aufmerksam machen und gleichzeitig Spenden sammeln. In 19 beinharten Tagen hat er rund 7.500 Euro an Spenden für die Off Road Kids Stiftung gesammelt.
Die Bethe-Stiftung verdoppelt die Spenden, das hilft uns sehr! Wir sind unglaublich dankbar für diesen Spendenlauf, der den Blick der Öffentlichkeit auf die Situation von jungen Obdachlosen gelenkt hat.
Klar, dass mein Kollege Tomi Czech (im Bild rechts) und ich Tobias Nied (Mitte) in Leipzig in Empfang genommen haben! Tausend Dank, Tobias Nied!
Vernetzung in der realen Welt – Deutscher Stiftungstag 2024
Beim Deutschen Stiftungstag – das ist Europas größter Stiftungskongress – der Mitte Mai in Hannover stattfand, haben wir uns mit anderen Stiftungen ausgetauscht und neue Ideen und Kontakte mitgenommen. Und es gab eine Überraschung!
30 Jahre nach der Gründung von Off Road Kids kam es beim Deutschen Stiftungstag völlig unerwartet zu einem zufälligen Zusammentreffen unserer ersten - und vor allem nach wie vor - treuen Gefährten: Corinna Bonati (links im Bild), Prokuristin der Deutsche Bahn Stiftung, Regina Wiechens-Schwake (Zweite von rechts), die als frühere Kommunikationsleiterin bei Vodafone die Vodafone Stiftung aus der Taufe hob und Matthias Graf von Kielmansegg (rechts), dem heutigen Chef der Vodafone Stiftung Deutschland. Überraschend insbesondere, da alle drei zum ersten Mal aufeinandertrafen!
Wie groß die Verbundenheit mit der Off Road Kids Stiftung ist, zeigt nicht nur die seit 30 Jahren ununterbrochene Mithilfe beider Unternehmen und ihrer Stiftungen, sondern auch das persönliche Engagement. Wir danken herzlich!
Global Shapers – Junges Engagement
Spannenderweise nimmt die Zahl junger Menschen zu, die bereit sind, aktiv dazu beizutragen die Zukunft lebenswert zu gestalten – jenseits politischer Ideologien und religiöser Schranken. Eine sehr bedeutende Gruppierung wurde vor Jahren von Klaus Schwab, dem Gründer des World Economic Forum ins Leben gerufen: Die Global Shapers Community. Dazu zählen mittlerweile in 154 Staaten über 11.000 Mitglieder zwischen 20 und 30 Jahren und schon mehr als 7.700 Alumni.
Bei den WEF Global Shapers durfte ich in Heidelberg über 80 Global Shapers aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kennenlernen. Für mich als Social Innovator der Schwab Foundation for Social Entrepreneurship war das ein sehr ermutigendes und hilfreiches Erlebnis. Denn die Global Shapers Community zeichnet sich durch eine geballte Menge an Engagement, Fachwissen und Management-Skills aus. Viele haben längst selbst Hilfsaktionen gestartet oder NGOs gegründet. Wie sie der Off Road Kids Stiftung geholfen haben? Mit der Entwicklung einer pfiffigen Strategie zur Aktivierung von Eltern als Multiplikatoren für unser Straßenkinder.
Vielen Dank, liebe Global Shaper, lieber Benedikt Gieger (rechts im Bild / Global Shaper Heidelberg) und Albina Krasnodemska (Mitte / Groth and Engagement Lead, Global Shapers at World Economic Forum)!